Eine „Sekte“, das ist im eigentlichen Wortsinn nichts anderes als eine Glaubensgemeinschaft, die sich vom vorherrschenden Glauben unterscheidet. Vor allem von der Kirche abgespaltene Glaubensgemeinschaften wurden als Sekten bezeichnet. Heute ist man etwas differenzierter und spricht von „neuen religiösen Bewegungen“ oder „religiösen Sondergemeinschaften“, wenn ein neutraler Begriff verwendet werden soll. Der Begriff „Sekte“ bezeichnet jetzt eher abwertend eine religiöse Gruppe, die manipulativ und missionarisch vorgeht und für ihre Mitglieder und mögliche Aussteiger durchaus gefährlich werden kann.
Aussteiger aus unterschiedlichen Sekten berichten immer wieder von ähnlichem Vorgehen: Zu Beginn werden die neuen Mitglieder umsorgt, mit Aufmerksamkeit und Liebe überschüttet. Die Zusammenkünfte der Gemeinde sind oft – zumindest nach außen hin – harmonisch und anziehend. Doch schon nach kurzer Zeit beginnen die Sekten, die neuen Mitglieder von ihren Freunden und Familien zu isolieren. Das geschieht zum Beispiel, indem sie diese als Sünder oder vom Teufel besessen darstellen. Nur wer der richtigen Glaubensgemeinschaft angehört, wird gerettet werden, darin sind sich die meisten Sekten einig. Und die richtige Glaubensgemeinschaft ist natürlich die eigene Sekte. Am Anfang stehen viele Versprechen. Die Gruppe verspricht Geld- oder Machtgewinn, die Antwort auf alle elementaren Fragen des Lebens oder das Potenzial zu großer persönlicher Weiterentwicklung. Die Realität sieht anders aus. Mehr und mehr wird psychischer, teils auch materieller Druck aufgebaut. Die Mitglieder werden eingeschüchtert und so manipuliert, dass sie ihre eigene Rettung nur noch in der Gruppe sehen. Drohungen an potenzielle Aussteiger sind an der Tagesordnung.
In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von verschiedenen Sekten. Das sind die bekanntesten:
Die Internationalen Gemeinden Christi (IGC)
Die englische Bezeichnung der IGC ist International Churches of Christ. Deshalb wird häufig die Abkürzung ICOC statt IGC verwendet. Jesus Christus ist das uneingeschränkte Vorbild, die Bibel wird wörtlich ausgelegt. Die IGC sieht sich als einzige christliche Gemeinschaft und erkennt Taufen von anderen Kirchen nicht an.
Scientology
Scientology ist vor allem wegen seiner Methoden sehr umstritten. Die Praktiken, die dem unsterblichen Teil des Menschen zu seinen ursprünglichen Fähigkeiten verhelfen sollen, gelten vielfach als Manipulations- und Hirnwäsche-Techniken. Zusätzlich werden Scientology antidemokratische Bestrebungen vorgeworfen. Scientology soll außerdem versuchen, über verschiedene Wege Macht und Einfluss zu bekommen, teils zunächst unerkannt.
Zeugen Jehovas
Die Zeugen Jehovas sind vor allem wegen ihres großen Missionseifers und ihrer Ablehnung von Bluttransfusionen bekannt. Sie beten einen allmächtigen Gott an und hoffen auf Errettung durch ihn. Nach dem Glauben der Zeugen Jehovas haben Menschen keine unsterbliche Seele. Nur wer zu ihnen gehört, wird von Gott erlöst werden und ein ewiges Leben erhalten. In der Kritik stehen Jehovas Zeugen vor allem durch die massive Einschränkung der Rede- und Meinungsfreiheit ihrer Mitglieder, durch ihre strikte Ablehnung anderer Glaubensrichtungen und den verschleiernden Umgang mit Sexualdelikten innerhalb der Glaubensgemeinschaft.
Holic-Gruppe
Die Holic-Gruppe sieht sich in der Nachfolge der ersten Christen und richtet ihr Leben an diesen aus. Die Mitglieder bilden sehr enge Wohngemeinschaften und lehnen ein privates Leben außerhalb der Gemeinschaft ab. Selbst private Gedanken sind nicht erwünscht. Kontakte zur Außenwelt beschränken sich deshalb auf absolut notwendige Bereiche. Eine Ausnahme ist die Missionierungsarbeit, bei denen die Mitglieder der Holic-Gruppe meist nicht ihre wahre Identität preisgeben, sondern sich als engagierte Einzelpersonen darstellen.
Mormonen
Zu den Mormonen gehören alle Glaubensgemeinschaften, die sich zusätzlich zur Kirche auf das Buch Mormon beziehen. In Deutschland gibt es verschiedene Splittergruppen, die häufig in Fußgängerzonen missionieren. Den Priestern der Mormonen wird sehr viel Macht auch über private Angelegenheiten eingeräumt. Viele Mormonen leben polygam.
Juli 2 2013
Sekten in Deutschland
Eine „Sekte“, das ist im eigentlichen Wortsinn nichts anderes als eine Glaubensgemeinschaft, die sich vom vorherrschenden Glauben unterscheidet. Vor allem von der Kirche abgespaltene Glaubensgemeinschaften wurden als Sekten bezeichnet. Heute ist man etwas differenzierter und spricht von „neuen religiösen Bewegungen“ oder „religiösen Sondergemeinschaften“, wenn ein neutraler Begriff verwendet werden soll. Der Begriff „Sekte“ bezeichnet jetzt eher abwertend eine religiöse Gruppe, die manipulativ und missionarisch vorgeht und für ihre Mitglieder und mögliche Aussteiger durchaus gefährlich werden kann.
Aussteiger aus unterschiedlichen Sekten berichten immer wieder von ähnlichem Vorgehen: Zu Beginn werden die neuen Mitglieder umsorgt, mit Aufmerksamkeit und Liebe überschüttet. Die Zusammenkünfte der Gemeinde sind oft – zumindest nach außen hin – harmonisch und anziehend. Doch schon nach kurzer Zeit beginnen die Sekten, die neuen Mitglieder von ihren Freunden und Familien zu isolieren. Das geschieht zum Beispiel, indem sie diese als Sünder oder vom Teufel besessen darstellen. Nur wer der richtigen Glaubensgemeinschaft angehört, wird gerettet werden, darin sind sich die meisten Sekten einig. Und die richtige Glaubensgemeinschaft ist natürlich die eigene Sekte. Am Anfang stehen viele Versprechen. Die Gruppe verspricht Geld- oder Machtgewinn, die Antwort auf alle elementaren Fragen des Lebens oder das Potenzial zu großer persönlicher Weiterentwicklung. Die Realität sieht anders aus. Mehr und mehr wird psychischer, teils auch materieller Druck aufgebaut. Die Mitglieder werden eingeschüchtert und so manipuliert, dass sie ihre eigene Rettung nur noch in der Gruppe sehen. Drohungen an potenzielle Aussteiger sind an der Tagesordnung.
In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von verschiedenen Sekten. Das sind die bekanntesten:
Die Internationalen Gemeinden Christi (IGC)
Die englische Bezeichnung der IGC ist International Churches of Christ. Deshalb wird häufig die Abkürzung ICOC statt IGC verwendet. Jesus Christus ist das uneingeschränkte Vorbild, die Bibel wird wörtlich ausgelegt. Die IGC sieht sich als einzige christliche Gemeinschaft und erkennt Taufen von anderen Kirchen nicht an.
Scientology
Scientology ist vor allem wegen seiner Methoden sehr umstritten. Die Praktiken, die dem unsterblichen Teil des Menschen zu seinen ursprünglichen Fähigkeiten verhelfen sollen, gelten vielfach als Manipulations- und Hirnwäsche-Techniken. Zusätzlich werden Scientology antidemokratische Bestrebungen vorgeworfen. Scientology soll außerdem versuchen, über verschiedene Wege Macht und Einfluss zu bekommen, teils zunächst unerkannt.
Zeugen Jehovas
Die Zeugen Jehovas sind vor allem wegen ihres großen Missionseifers und ihrer Ablehnung von Bluttransfusionen bekannt. Sie beten einen allmächtigen Gott an und hoffen auf Errettung durch ihn. Nach dem Glauben der Zeugen Jehovas haben Menschen keine unsterbliche Seele. Nur wer zu ihnen gehört, wird von Gott erlöst werden und ein ewiges Leben erhalten. In der Kritik stehen Jehovas Zeugen vor allem durch die massive Einschränkung der Rede- und Meinungsfreiheit ihrer Mitglieder, durch ihre strikte Ablehnung anderer Glaubensrichtungen und den verschleiernden Umgang mit Sexualdelikten innerhalb der Glaubensgemeinschaft.
Holic-Gruppe
Die Holic-Gruppe sieht sich in der Nachfolge der ersten Christen und richtet ihr Leben an diesen aus. Die Mitglieder bilden sehr enge Wohngemeinschaften und lehnen ein privates Leben außerhalb der Gemeinschaft ab. Selbst private Gedanken sind nicht erwünscht. Kontakte zur Außenwelt beschränken sich deshalb auf absolut notwendige Bereiche. Eine Ausnahme ist die Missionierungsarbeit, bei denen die Mitglieder der Holic-Gruppe meist nicht ihre wahre Identität preisgeben, sondern sich als engagierte Einzelpersonen darstellen.
Mormonen
Zu den Mormonen gehören alle Glaubensgemeinschaften, die sich zusätzlich zur Kirche auf das Buch Mormon beziehen. In Deutschland gibt es verschiedene Splittergruppen, die häufig in Fußgängerzonen missionieren. Den Priestern der Mormonen wird sehr viel Macht auch über private Angelegenheiten eingeräumt. Viele Mormonen leben polygam.
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